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Geschichten der Beduinen

Kaffee, arabisch



Der Kaffee wird von den Beduinen des Negev und des Sinai auf besondere Weise zubereitet. Sie nehmen unger?stete Kaffebohnen und lassen sie mehrmals in der Holzkohleglut ihrer Tischfeuerstellen r?sten. Dann mahlen sie den Kaffee per Hand und giessen ihn mit wenig kochendem Wasser auf. Zur Zeremonie geh?rt es, den fertigen Kaffe vom Aufgussbeh?lter (aus Silber, mit kurzer T?lle und langem Stiel) in hohem Bogen in die Gl?ser zu giessen.

Der Kaffee ist ziemlich bitter, deshalb hauen die meisten mindestens drei TL Zucker in die Tasse. Warum der Kaffee so bitter ist, erkl?ren die Beduinen so:

K?nig Salomo und das ewige Leben

der erhabene k?nig Salomo war so weise, dass er mit allen lebewesen sprechen konnte: mit den menschen genauso wie mit v?geln und anderen tieren. Als er im sterben lag waren die tiere sehr traurig und wollten ihm helfen. sie kannten ein land, weit entfernt, in dem der quell des ewigen lebens floss. wer von diesem wasser trank musste nicht sterben. sie schickten den adler dorthin, damit er etwas von diesem wasser f?r Salomo bringen sollte.

der k?nig aber zweifelte, ob es gut und richtig sei, ewig zu leben. weil er wusste, dass der fux nicht nur schlau sondern auch weise war, fragte er diesen um rat. der fux aber sagte: alle dinge haben ihre zeit, somit muss auch alles ein ende haben. das ist weise. Und so etschied sich der k?nig zu sterben. Und er starb...
Nachdem Salomo seinen letzten Atemzug getan hatte, waren alle lebewesen unendlich betr?bt und der adler der das wasser des lebens vegebens geholt hatte, machte sich auf den weg um es zur quelle zur?ck zu bringen. Er war so benommen und durcheinander vor trauer, dass er auf seinem flug immer wieder einige tropfen des wassers fallen lie?. Und an jeder stelle an der ein tropfen den boden beruehrte, spross eine kaffepflanze heraus.

So entstand also der kaffee und weil der grund daf?r so traurig ist, trinken ihn die beduinen so bitter.
8.12.05 14:07


Kapern

Eines der wenigen sehr wertvollen erzeugnisse der negev w?ste sind kapern. es sind die fruchtknoten des kapernbuschs, die nach der bl?te geerntet werden. die kapernzweige sind mit kleinen aber sehr scharfen dornen ausgestattet.

Die Beduinen erz?hlen sich folgende Geschichte:

Der Kapernzweig
Es war einmal ein reicher scheich, der hatte eine wundersch?ne tochter. ein armer beduinenjunge war schwerstens verknallt in sie, aber ihm war nat?rlich klar, dass er bei diesem m?dchen nicht die geringste chance hatte. so begn?gte er sich damit, sie aus der ferne zu verehren. wann immer er konnte, lenkte er seine kleine ziegenherde in die n?he des zelts, in dem sie mit ihrem vater lebte. eines tages wurde das m?dchen sehr krank. der arzt des scheichs bot all sein wissen auf, um die tochter zu heilen, aber er konnte nichts ausrichten. der scheich sorgte sich sehr und rief alle heiler des landes zu sich, um sie gesund zu machen. er versprach demjenigen, der seine tochter retten w?rde die hand der sch?nen als belohnung. viele kamen und versuchten ihr gl?ck, aber am ende scheiterten sie alle.

der scheich war so verzweifelt, dass er tagelang nicht mehr aus seinem zelt kam. nun fasste sich der beduinenjunge sich ein herz und wagte sich in das zelt des herrschers. dieser sah ihn abf?llig von oben bis unten an, doch als der junge sagte, dass er helfen k?nne, z?hlten die klassenunterschiede nicht mehr und der junge wurde ans bett der tochter gef?hrt. er sah in ihr leichenblasses gesicht und wusste sofort, was dem m?del fehlte. aus den ?rmeln seines hemds zog er den dornigen zweig des kapernbuschs, ?ffnete vorsichtig ihren mund, schob sacht den zweig hinein bis tief in ihren hals. als er den zweig dann ganz vorsichtig wieder herauszuziehen begann sp?rte er, dass sich etwas am zweig festgehakt hatte. schliesslich f?rderte er einen fetten bandwurm zutage, der an den dornen zappelte.

das m?del war wieder gesund, der scheich gl?cklich und von nun an war der beduinenjunge ihr erster desert-lover.

6.12.05 15:19





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